Horst Gauss

Boxring Hanau gewinnt gegen Windmill Holland mit 12:11 Punkten

Die Ergenisse im einzelnen:

Fliegengewicht:

Hanau Windmill Gesamt

Salim Omid gegen Paas Lex Sieger durch RSC(Verletzung/Cut) Lex Baas 1:2

Bantamgewicht:

Dimitri Geibel gegen Timo Aken Sieger nach Punkten Geibel 3:3

Leichtgewicht:

Somai Bilal gegen Juliano Wethiner Sieger nach Punkten Westhiner 4:5

Halbweltergewicht:

Bayrak Sinan gegen Rafik Havatujan Sieger nach Punkten Havatunjan 5:7

gewciht

Weltergewicht der Kampf fiel aus, weil Windmill das Gewicht nicht besetzten konnte. 7:7

Mittelgewicht:

Magomedov Aznaur gegen Ferrerola Cruz Sieger nach Punkten Aznaur 9:8

Halbschwergewicht:

Yasin Ogul gegen Gian Liesdek Sieger nach Punkten Liesdek 10:10

Schwergewicht:

Max Keller gegen Shekan Gedik Sieger nach Punkten Keller 12:11

CSC Frankfurt - Informationen

Der CSC schlägt Löwenteam aus Braunschweig mit 12:11 und ist Herbstmeister!

Eines sei vorweggenommen. Wer beim gestrigen Kampfabend des CSC gegen Braunschweig nicht dabei war, der hat die Wiedergeburt des Amateurboxens in Frankfurt versäumt. Was sich da oben im Ringgeviert der Fabriksporthalle abspielte, das erinnerte teilweise nicht nur an alte CSC-Zeiten, ja man kann getrost sagen, da wurde etwas Neues, fast noch Besseres geboten. Schon jetzt ein Dankeschön an die CSC-Vorsitzende Andrea Rzehak und ihren Helferstab. Das war allererste Sahne!

500 begeisterte Zuschauer waren aus dem Häuschen, als im Schlußkampf des Abends - es stand 10:10 - die beiden Schwergewichtler Sergej Hodic (CSC) und Eugen Waibel(Braunschweig) Fuß bei Fuß bekämpften um den Sieg für ihre Mannschaft zu erringen. Der glückliche, knappe Sieger war Sergej Hodic, der damit den Gesamtsieg für die Frankfurter klar machte. Ein Lob auch an die faire Mannschaft der Braunschweiger, die ohne größeres Reklamieren alle Ergebnisse akzeptierten.

Im Fliegengewicht (bis 52 kg) kam der Braunschweiger Serge Neumann in seinem 55. Kampf zu einem knappen aber verdienten Punktsieg gegen den 22-jährigen CSC-Boxer Drachimberg, der erstmals im CSC-Trikot sich dennoch gut vekaufte.

Im Bantamgewicht (bis 56 Kilo) zog CSC-Boxer Hafid Bouji alles Register seines Könnens und boxte in seinem 84. Kampf den Braunschweiger Youngster Mussa Bilal klar aus. Es war schon faszinierend, wie der Darmstädter mit Links-Rechts-Kombinationen und auf schnellen Beinen dem Braunschweiger keine Chance lies. Schon bei diesem Kampf ging das Frankfurter Publikum begeistert mit. Nach Boujis Sieg stand es 3:3-

Im Leichtgewicht (bis 60 Kiolo) holte der kroatische Meister Stipan Preteneci, den Meistertrainer Emil Freihaut für den CSC hatte gewinnen können, zwei sichere Punkte. Es war sehenswert, wie der Kroate den Deutschen Vizemeister Eminovic nach anfänglichen Schwierigkeiten immer wieder zum Kampf stellte. Er trieb den Braunschweiger vor sich her, verkürzte ihm den Weg und traf mit seiner präzise geschlagenen rechten Geraden ein ums andere Mal. An seinem Punktsieg gab es keine Zweifel. Es stand 5:4 für den CSC.

Doch dann kam es knüppeldick für den CSC. Dündar Yildiz musste im Halbweltergewichts Kampf (bis 64 Kilo) gegen den starken Angelo Welp aus Braunschweig schon in der ersten Runde den Kampf wegen eienr Schulterverletzung aufgeben. Es war Dündar Yildiz hoch anzurechnen, dass er trotz seiner Verletzung sich dem CSC zur Verfügung gestellt hatte um den Antrittspunkt zu retten. Es stand damit 6:6.

In der folgenden Pause konnte man bei den Zuschauern eine gute Resonanz registrieren. Alle waren von den Leistungen der Boxer beider Vereine angetan.

Doch zunächst setzte es eine weitere Niederlage für den CSC. Der sehr starke Dima Döhl, ein kleiner bulliger Boxer mit viel Power, seines Zeichens 2. Deutscher Meister, schlug in seinem 167 Kampf pausenlos auf Rechtsausleger Kerber ein. Kerber hatte seine liebe Last und suchte den Kampf, schlug mit vollem Risiko mit und traf Döhl mehr als diesem lieb war. Döhls Puntsieg war knapp aber verdient, aber Keber hatte in seinem 145. Kampf nicht enttäuscht.

Au Backe, jetzt lag der CSC 7:8 zurück und im folgenden Mittelgewichtskampf bis (75 Kilo) konnte man von Mario Jassmann eigentlich nicht erwarten, dass er den hohen Favoriten Jacop Deines, der seinen 100.Kampf bestritt, Paroli bieten könnte. Doch Jassmann wuchs an diesem Abend über sich hinaus. Aus sicherer Deckung traf Jassmann immer wieder und überzeugte die CSC-Fans und seinen Vater mit guter Kondition und mit klarer Konzeption. Sogar seine Führungshand, die sonst sehr sparsam zum Einsatz kommt, war deutlich verbessert. Das Unentschieden schmeichelte dem Braunschweiger. Damit stand es 8:9 für Braunschweig, der Kampf schien verloren.

Doch dann punktete CSC-Lokalmatador Leon Bunn im Halbschwergewicht (bis 81 Kilo) fleißig gegen den starken Artur Reis,. Schon zweimal hatten sich die beiden gegenüber gestanden. Bunn hatte öfters eine Hand mehr drinnen. Sein Punktsieg war verdient, obwohl er trotz verschleppter Grippe den Kampf akzeptiert hatte. Jetzt stand es 10:10. Der letzte Kampf musste entscheiden.

Sergej Hodic avancierte an diesem Abend zum Matchwinner. Unglaublich wie sich der Braunschweiger Eugen Waigel und Hodic vom CSC bekämpften. Die Halle tobte, biede Boxer wurden von ihren Anhängern lautstark unterstützt. Es war ein Kampf auf Biegen und Brechen. So etwas hatte man in Frankfurt schon seit 10 Jahren nicht mehr gesehen. Der schlagstärkere Waigel kam manchmal mit seinen knallharten Haken ins Ziel aber meistens verstand es Hodic meisterhaft mit Rückschritt den wuchtigen Schlägen auszuweichen.

Der Punktsieg von Hodic war knapp aber verdient. Sergej Hodic war der Held des Abend.

Selbst die letzten Zweifler waren sich an diesem Abend einig. Das Amateurboxen hat in Frankfurt wieder eine Zukunft.

Der Jubel im CSC-Lager war riesengroß.

Mein Weg beim CSC: "Von Anfang an, Mädchen für alles!"

1964 gründeten Hermann Braun, Olaf Rausch, ich und Herbert Wolf, der Motor mit dem "Know how" zur damaligen Zeit den Boxclub CSC Frankfurt-Sachsenhausen. Mit seinem Bruder Olaf als Trainer, erlebte der Boxclub seine Blütezeit. In die Sporthalle Süd pilgerten Sonntagmorgens fast immer 1500 Boxfans zu den Bundesligakämpfen. Ich erlebte mit dem Club alle Höhen und Tiefen. Erfolgstrainer Olaf Rausch brachte so bekannte Boxer wie Willi Fischer, Karlheinz Scheibe, Dieter Holm, Peter Keller, Hubertus Einschütz und meinen Sohn, Hobby Gauß heraus, die dann überregionale Erfolge errangen. Der Wasserweg 30 als Sportschule und die direkt daneben liegende Sporthalle Süd sollten für viele Jahre die Markenzeichen des CSCS sein. Als Herbert Wolf und Walter Mandausch, die sich ab 1989 intensiv um den CSC kümmerten, direkt nach der Wende die beiden Geraer Spitzenboxer Ulli Kaden und Enrico Richter engagierten, half ich, sozusagen als Gegenleistung, dem Boxclub Wismut Gera beim Aufbau der Bundesligastaffel für die neu gegründete Deutschlandliga. Aus einigen Monaten Aufenthalt in Gera wurden einige Jahre. Es war eine verrückte aber sehr lehrreiche Zeit. Unter anderem war Markus Bayer, damals 17 Jahre alt, der spätere Weltmeister einer meiner Schützlinge. Als Herbert Wolf und Walter Mandausch 1992, nach dem Abbruch eines Ligakampfes in Berlin, den CSC wieder verließen, kämpfte ich mit dem CSC in der 2. Bundesliga ums Überleben. Nach 15 Jahren CSC im Wasserweg und in der Sporthalle Süd, war dann auch die Luft raus und es kamen nur noch wenige Zuschauer in die Sporthalle Süd. Mit dem Umzug ins "Motodrom" 1996, an die Stadtgrenze Frankfurt/Offenbach, leitete ich eine neue Ära ein. In der Boxschule im Motodrom bereiteten sich so große Boxer wie die Klitschkos oder Regina Halmisch auf ihre Kämpfe im Frankfurter Raum vor. Ich kreierte das Manager/Fitnessboxen und Dr. Kai Hoffmann, der später erfolgreiche Manager-Trainer und Buch-Autor war damals einer meiner gelehrigsten Schüler. Mit dem Fitnessboxen sowie mit den Sponsoren Petra Mandausch und Michael Luther finanzierte ich den CSC, der nun wieder einen rasanten Aufstieg erlebte. 700 bis 800 Zuschauer fanden wieder Sonntagmorgens den Weg in die verrauchte Lagerhalle des Motodrom und der CSC stieg wieder in die 1. Bundesliga auf. Leider wurde das Motodrom abgerissen und ich stand wieder einmal allein da und wusste nicht wohin mit dem CSC. Es gelang mir, die Wintersporthalle im Waldstadion Frankfurt als Veranstaltungsstätte zu bekommen und es bahnte sich wiederum eine neue Ära an, das "Frühschoppenboxen" in Frankfurt hatte nun einmal Tradition, denn im Laufe der Zeit strömten die Boxfans auch zu dieser neuen Kampfstätte, in der neben Boxen und einer ausgezeichneten Bewirtung, noch Sekt- und Tombolastände zum angenehmen Aufenthalt beitrugen. Zu unseren letzten Erstliga-Kämpfen im Jahr 2000, wo es gegen Magdeburg und Leverkusen direkt um die Deutsche Mannschafts - Meisterschaft ging, kamen über 1000 Zuschauer in die Wintersporthalle. Aber noch hatte ich nicht das Problem des Trainigs-Quartiers gelöst. Projekte wie das Bürgerhaus Sindlingen oder eine Sportschule in Neu Isenburg scheiterten. Im Mai 2000 wurde ich nach einem nicht gefälligen Artikel in der Bild-Zeitung "aussortiert". Der Überbringer der Hiobsbotschaft, Günter Linnekohl erklärte mir, dass Michael Luther den CSC weiter unterstütze, aber nicht mehr mit mir als Vorsitzenden. Sponsor Michael Luther, mit dem ich jahrelang sehr gut zusammen gearbeitet hatte, war von einigen CSC-Vorstandsmitgliedern beeinflusst worden. Im Interesse des Vereins, damit die Liga wenigstens weiter ginge, trat ich dann im August 2000 zurück. Mein Nachfolger, Hermann Winkler schaffte es leider nicht, den Club auf Dauer im Ligabetrieb zu halten. Somit ging nach 24 Jahren Ligabeteiligung des CSC, sei es in der Oberliga oder in der Bundesliga, im Jahr 2002 ein Stück FrankfurterSportgeschichte zu Ende.